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Desert Run

Unglaublich was Simon Fourie (von Bike SA) ins Leben gerufen hat: Während des Desert Runs, der jedes Jahr über Ostern stattfindet, treffen sich alle Bikebegeisterten, Offroadfanatiker und Wüstenfans jeden Alters.

Die Wüstenrallye beginnt in Süd-Afrika in Kuruman, das sich noch in der Halbwüste, dem Betschuanaland befindet. Entlang der Kalahari geht es Richtung Keetmanshoop über Mariental nach Windhoek. Die letzte Etappe ist die Durchquerung der Namib nach Swakopmund. Es ist ein Abenteuer, ein Naturerlebnis und ganz bestimmt eine Erfahrung, die man sein ganzes Leben nicht vergessen wird. Ich jedenfalls werde es nicht.

Es ist ein so anderes Erlebnis und jemand, der mit offenen Augen teilnimmt wird öfter überwätigt „unglaublich” flüstern. Unser Team bestand aus 6 Leuten, die sich auf zwei Bakkies verteilten. Mit nur einem Fahrzeug diese knapp 800 km Strecke durch Wüstenlandschaft zu bewältigen wäre Wahnsinn. Es ist nicht nur die Sicherheit, dass bei einer Panne, das andere Fahrzeug wenigstens noch beweglich ist, um Hilfe zu holen. Wesentlich öfter müssen sich die Bakkies gegenseitig aus dem Sand ziehen.

Der erste Treffpunkt ist das Camp Red Sands in Kuruman. Das Camp ist unbedingt empfehlenswert, denn in den nächsten 5 Tage wird man wenig Zivilisation erleben. Der Name kommt auch nicht von ungefähr: der Sand ist ein strahlendes Terrakottarot.

Beim Desert Run geht es nicht darum, welches Team als erstes das Ziel erreicht. Es geht vielmehr darum, Spass am Bike- und Offroaderlebnis zu haben und die Wüste zu erleben. In Kuruman treffen alle Teams aufeinander und es ist ein Wahnsinn, wie viele Biker teilnehmen: 500 Teilnehmer, vorwiegend aus Südafrika mit ihren fast 300 Bikes.

Der erste Tag führt von Kuruman durch das Betschuanaland über Hotazel Richtung Kalahari Gemsbokpark. Wir folgen der Grenze Botswanas auf sandiger Piste und können das erste Mal ahnen, was uns die nächsten Tage noch bevorsteht. Obwohl wir schon um 7 Uhr losgefahren sind, um mittags schon unser Tagesziel erreicht zu haben, schlägt uns ab 9 Uhr eine glühende Hitze entgegen. Als wir um 12 Uhr in einem kleinen Camp am Molopo ankommen, ist es nur noch im Schatten auszuhalten. Leider müssen wir noch unser Sonnenzelt aufbauen, denn sonst ist kein schattiges Plätzchen zu finden. Sobald aber die Sonne untergeht wird es auch recht schnell kühler und so können wir den Tag bei einem Braai ausklingen lassen und ein kühles Windhoek Lager genießen.

Früh schwingen wir uns am nächsten Tag auf die Bikes. Heute passieren wir die Grenze Namibias. In Anbetracht der Tatsache, dass afrikanische Grenzen einen Europär immer in Staunen versetzen und man die Bürokratie in Deutschland plötzlich absolut harmlos findet, konnten wir (natürlich nach der entsprechenden Wartezeit von ca. 2 Stunden) ohne Zwischenfälle nach Namibia einreisen. Wir folgen einen anspruchsvollen Trialpfad über Aorab in Richtung Koes, wo wir die Nacht verbringen.

Auch in den nächsten Tagen folgt die Route nicht der Hauptstrasse. Wir folgen den Pfaden, welche zwischen harter und weicher sandiger Oberfläche wechseln, in jedem Fall aber einen Allradwagen erfordern. Unterwegs kommt es immer wieder vor, dass sich Esel oder Kühe auf den Wegen befinden. Nicht ganz ungefährlich, wenn man bedenkt, dass jedes Bremsen ein Steckenbleiben bedeutet und es manchmal Stunden dauert bis man sein Gefährt wieder aus dem Sand befreit hat.

Sobald man durch kleinere Ortschaften kommt, wird man von lachenden und winkenden Kindern begrüsst, die immer noch ein kleines Stück neben dem Bakkie herlaufen. Bei Gochas suchen wir uns ein Rest-Camp zum Übernachten.

Von Windhoek aus nehmen wir die C 28, die zuerst über das Khomas Hochland führt. Dieser holprige Teil fordert nochmals absolute Fahrkonzentration und bietet eine traumhafte Aussicht. Die Strasse führt in eine Hügellandschaft, die einem oft genug den weiteren Blick auf die Strasse verwährt, so dass der Eindruck entsteht, dass sich vor einem ein tiefer Abgrund befindet. Durchgerüttelt und des öfteren das Herz in der Hose, fahren wir weiter in Richtung Namib.

Plötzlich sehen wir hinter uns ein Bike in den Seitenstreifen rutschen. „Armer Kerl”, dachten wir, als wir aber umdrehen, sehen wir, dass es ein Bike von unserem Anhänger war, das sich losgerüttelt hatte.

Die Landschaft verändert sich, wird immer flacher und karger, bis wir sicher sind, dass wir uns nun im Namib Naukluft Park in der Namib befinden. Auf der Salzstrasse fahren wir nun das letzte Stückchen des Desert Runs nach Swakopmund.

 

Angekommen! Es herrscht ausgelassene Stimmung auf der Düne 7.
Hier werden die Bikes oder Quadbikes just for Fun noch ein wenig gefahren.

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Bericht von: Steffi Rogge

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